Herausforderungen der medizinischen Versorgung

Viele – vor allem ländlich geprägte Regionen – stehen vor einer großen Herausforderung. Sie müssen Nachfolger für die Ärzte finden, die aktuell in eigener Praxis für die Versorgung der Patienten zur Verfügung stehen. In den Medien sind es noch besondere Meldungen, wenn eine Kommune mit Slogans wie „Dorf sucht Doc“ oder „Arbeiten, wo andere Urlaub machen“ um junge Ärzte werben.
Ein Blick in die Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung aber zeigt, dass viele Regionen auf einen Ärztemangel zusteuern. So sind heute schon 355 Hausarztstellen in Niedersachsen unbesetzt. In manchen Regionen wie z.B. in Leer fehlen ganze 14 Allgemeinmediziner. Und dieser Ärztemangel droht vielen Regionen.
Lösungen wie ein erleichterter Zugang zum Medizinstudium werden immer wieder diskutiert, aber nur halbherzig umgesetzt. Zudem sind alle Lösungsansätze eher langfristig anzusehen, helfen aber nicht, die ärztliche Versorgung vor Ort jetzt direkt sicherzustellen.
Hierzu bedarf es individueller Ansätze, die von der Kommune organisiert werden und den Vorstellungen der heutigen Ärzteschaft entsprechen müssen. Waren früher vor allem die Hausärzte in Einzelpraxen aktiv, wünschen sich die Ärzte heute eine Anstellung in einer Gemeinschaft mit anderen Ärzten. Hierdurch lassen sich Themen wir Work-Life-Balance, Teamarbeit und Teilzeitarbeit realisieren.
Ansätze wie Ärztehäuser, Gesundheitszentren oder kommunale MVZ (Medizinische Versorgungszentren) werden bereits in vielen Kommunen diskutiert und bieten gute Möglichkeiten, um die Versorgung vor Ort sicherzustellen. In der Regel fallen Aufgaben der medizinischen Versorgung jedoch nicht in das Aufgabengebiet der Kommunen, so dass hier das notwendige Fachwissen noch nicht vorhanden ist.